Physiotherapeutische Kälteanwendungen werden bei schmerzhaften Reizerscheinungen bzw. akuten entzündlichen Prozessen lokal durchgeführt. Die Kryotherapie hat eine deutlich schmerzlindernde und abschwellende Wirkung, daher wird sie häufig vor der Krankengymnastik angewendet. Es gibt kurzzeitige und länger andauernde Anwendungen. Schmerzlindernd wirkt dabei u.a. die Herabsetzung des örtlichen Stoffwechsels, weil sich die Blutgefäße verengen und die Blockierung der Nervenleitung einsetzt.
Die Auflagezeit einer Kältepackung richtet sich nach der Größe der Gelenke. So sollten Hand- und Fingergelenke höchstens 5 Minuten, Knie- und Hüftgelenke nicht länger als 15 bis 20 Minuten gekühlt werden. Die Kältetherapie ist sofort zu beenden, wenn statt des Kältegefühls ein Kälteschmerz auftritt. Kältebeutel müssen immer mit einem dünnen Handtuch umhüllt werden, um die Kondensationsfeuchtigkeit soweit wie möglich von der Haut abzuhalten.
Kälte hilft vor allem bei akuten Schüben der rheumatischen Erkrankungen, bei neurologischen Erkrankungen (wie z. B. Migräne, Trigeminus Neuralgie, Multiple Sklerose, Poliomyelitis, spastische Hemi- und Paraparesen) sowie bei akuten Entzündungen, Prellungen, Luxationen, Knochenbrüchen, Weichteilverletzungen und nach Gelenk-Operationen.