Es ist nie zu spät, mit Beckenboden-Training anzufangen. Wichtig ist nur, dass Sie die Übungen regelmäßig durchführen. Machen Sie die Gymnastik zu einem Teil Ihres täglichen Lebens. Schon nach 2 -3 Monaten sollten Sie eine deutliche Verbesserung erzielen können
Die weit verbreitete Belastungsinkontinenz (Blasenschwäche) ist meistens auf einen schlaffen Beckenboden zurückzuführen: Er kann Belastungen im Bauchraum nicht standhalten und drückt z.B. beim Niesen, Husten, Lachen oder Heben nach unten, so dass Urin abgeht.
Eine Belastungsinkontinenz lässt sich durch ein Beckenbodentraining oftmals sogar komplett beheben. "Nach Geburten und Operationen habe ich bei meinen Patientinnen sehr gute Erfahrungen gemacht. Selbst bei ganz alten Frauen zeigt die Gymnastik häufig gute Wirkung. Am besten beginnen Frauen schon vor - oder zumindest während - der Schwangerschaft mit der Beckenbodengymnastik. So können sie verhindern, dass es überhaupt erst zu einer Belastungsharninkontinenz kommt.
Viele Männer erfahren erst nach einer Prostata-Operation, dass sie einen Beckenboden besitzen - wenn sie einnässen. Das ist eine häufige Folge, da während der OP ein Teil des inneren Blasenschließmuskels durchtrennt wird. Doch der unfreiwillige Urinabgang lässt sich verhindern. Der äußere Blasenschließmuskel kann nämlich die Funktion des inneren Schließmuskels ersetzen. Dazu muss die Muskulatur des Beckenbodens trainiert werden. Damit sollte ein Mann am besten schon vor der OP beginnen, raten Experten. Er lernt die Übungen so leichter und kann sie nach dem Eingriff gleich anwenden.